Verzögerungen beim morgendlichen Operationsbeginn

Autoren: M. Schuster, M. Pezzella, C. Taube, E. Bialas, M. Diemer, M. Bauer
Analyse von mehr als 20.000 Fällen in 22 deutschen Krankenhäusern
Zusammenfassung:
Einleitung: Verzögerungen beim morgendlichen Operations(OP)-Beginn führen häufig zu Konflikten zwischen den am Prozess beteiligten Ärzten und Pflegekräften. Bisher wurden nur Daten zu Verzögerungen beim morgendlichen OP-Beginn aus einzelnen Krankenhäusern publiziert, es fehlten belastbare Vergleichswerte aus einem größeren Kollektiv von Krankenhäusern.
Methoden: Auf Basis der OP-Dokumentation wurden die Prozesse von bis zu vier operativen Disziplinen (Allgemeinchirurgie, Unfall- und orthopädische Chirurgie, Gynäkologie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde) in 22 deutschen Krankenhäusern in einem Zeitraum von 9 Monaten analysiert. Untersucht wurden Abweichungen von drei Prozesszeitpunkten (Einschleusen in den OP, Freigabe Anästhesie, Schnitt) für die jeweils ersten Positionen des Tages für jeden OP-Saal.
Ergebnisse: Insgesamt 21 357 erste Positionen wurden analysiert. Der Anteil verzögerter Fälle variierte für die untersuchten drei Prozesszeitpunkte erheblich. Der Anteil der Fälle mit einem verzögerten Zeitpunkt „Schnitt“ lag in den Bereichen der Allgemein- und Unfallchirurgie im Durchschnitt bei über 70 % und war im Bereich der Gynäkologie und HNO mit 61 ± 24 % und 42 ± 29 % etwas niedriger. Auch wenn nur Verzögerungen von mehr als 10 Minuten betrachtet wurden, ergaben sich Verzögerungshäufigkeiten von 20–40 %. Die durchschnittliche Verzögerung der verzögerten Fälle variierte nach Prozesszeitpunkt und Fachbereich zwischen 14,1 ± 5,4 und 21,6 ± 8,2 Minuten.
Schlussfolgerungen: Die morgendlichen Prozesse sind in den untersuchten Krankenhäusern noch nicht optimal ausgestaltet und durch sehr viele Verzögerungen gekennzeichnet.
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